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Der Kaiserweg, der einst Heidenstieg hieß

Der Kaiserweg, einst Heidenstieg genannt, bezeichnet einen uralten Weg, der das Harzgebirge von Norden nach Süden überquerte. Schon sein ursprünglicher Name „Heidenstieg“ gibt Auskunft darüber, dass diese Harzquerung bereits lange vor der Christianisierung der Region bestand. Im Dunkel vorgeschichtlicher Zeit verlieren sich die Anfänge dieses Weges. Aber er wird wohl schon seit Jahrtausenden existiert haben – so lange wie Menschen Fernhandel betreiben.

Die Beschreibungen dieses Weges, der in Bad Harzburg seinen Anfang nimmt und in Walkenried endet, sind so alt, wie es schriftliche Zeugnisse von der Harzregion gibt und so vielfältig wie die Literatur über dieses Mittelgebirge. Trotzdem wissen wir bisher sehr wenig über die Entstehung dieses Weges, sein Alter sowie die Gründe seiner Anlage.

Aus fränkischen Quellen ist überliefert, dass Im Jahr 744 das Heer des fränkischen Hausmeiers Pipin über den Harz zog und es wird angenommen, dass er wohl diesen Stieg dafür nutzte. Explizit genannt wurde der Heidenstieg jedoch nicht. Das geschah erstmals in einer Grenzbeschreibung des Hochstiftes Halberstadt von 996, wo er als „semitam“ (Fussweg) genannt und als „Heydhenstig“ bezeichnet wird. Gleichzeitig markiert er die Westgrenze des Bodfelder Forstes.

Es gab die Behauptung, dass Bischof Benno von Osnabrück bei der Erbauung der Harzburg, als Baumeister von Heinrichs IV., diesen Weg angelegt haben soll. Mit der ersten Nennung in der Halberstädter Grenzbeschreibung von 996 - 1023 ist diese Behauptung aber entkräftet. Unbenommen davon bleibt jedoch, dass Bischof Benno, wie viele andere über die Jahrhunderte hinweg auch, den Heidenstieg erweitern oder ausbauen lies.

Ein grundlegender Ausbau der Wegstrecke kann mit Sicherheit für die Ottonische Zeit bzw. für die Herrschaftszeit von Heinrich I. angenommen werden. Von König Heinrich I. ist bekannt, dass er sich beim Ungarneinfall im Jahr 924 in der Pfalz Werla befunden hat – diese muss zu jenem Zeitpunkt also schon bestanden haben und auch entsprechend wehrhaft gewesen sein. Heinrich I., wie auch sein Sohn Otto I. und sein Enkel Otto II., pendelten häufig zwischen ihren Königspfalzen Werla und Quedlinburg im Norden und Memleben, Nordhausen, Pöhlde und Wallhausen im Süden des Harzes. Da ist die Annahme begründet, dass die Liudolfinger großes Augenmerk auf die Errichtung und Erhaltung der Wege und Straßen legten und sicherlich war der Weg von Norden nach Süden, oder umgekehrt, über den Harz nicht nur der kürzeste, sondern auch der sicherste in einer sehr unsicheren Zeit.

Auch hatte Heinrich I. 924 einen 9-jährigen Waffenstillstand mit den Ungarn ausgehandelt. Daran anschließend erließ er seine Burgenbauordnung um Sachsen und die Harzregion für folgende Auseinandersetzungen mit den Ungarn zu rüsten. Dies war keine Angriffsstrategie sondern eine Vorbereitung auf den Verteidigungszustand. Niemand konnte vorhersehen wo die Ungarn nach Ende des Waffenstillstandes einfallen würden, also hatte auch der Ausbau von Wegen, Straßen und befestigten Plätzen (Siedlungen) sicherlich oberste Priorität. Konnte man mit dem Heer die Wege über den Harz nutzen, so konnte man innerhalb von 1-2 Tagen vom Norden in den Süden des Harzes gelangen, oder umgekehrt. Aus diesen Erkenntnissen können wir wohl den Schluss ziehen, dass der Heidenstieg zu Abwehrmaßnahmen einen Ausbau zum Heerweg unter Heinrich I. erfuhr.

Eine andere Frage stellen die Befestigungsanlagen entlang des Heidenstiegs dar: Ossburg, Neues Schloss und Kapellenfleck. Es ist nicht auszuschließen, dass es einige weitere davon im Harz – entlang des Heidenstieges – gibt, aber nur diese Drei sind bisher bekannt und auch wissenschaftlich untersucht. Die Ossburg beim Molkenhaus im Harzburger Forst kennt keine Erwähnung aus dem Mittelalter. Wissenschaftliche Untersuchungen für eine zeitliche Zuordnung fanden bisher nicht statt. Der Standort und die bauliche Ausführung deuten aber auf das Früh- oder das beginnende Hochmittelalter hin. Auch für das Neue Schloss am Königskrug bei Braunlage sind bisher keine Funde bekannt, die eine Zeitbestimmung zulassen. Der Kapellenfleck wurde schon einige Mal untersucht, zuletzt von Studenten der TU Hannover, unter Anleitung des Archäologen Dr. Lothar Klappauf. Seiner Meinung nach wurde die Kapelle zuerst errichtet. Die Wallanlage, wenn sie denn in direktem Zusammenhang zur Kapelle stand, wurde dann sicherlich als Befestigungsanlage für die Kapelle erbaut. Das lässt auf eine Errichtung schließen, die auf jeden Fall nach den verlorenen Sachsenkriegen einzuordnen ist. Gleiches könnte man auch für die Viereckschanze unmittelbar neben dem Forsthaus Brunnenbach im Jagen annehmen. Erstaunlich und bisher unerklärlich ist die Nähe dieser verschiedenen Befestigungsanlagen zueinander.

Eine alte Floskel sagt: Nichts Genaues weis man nicht. Dies trifft leider bisher auch auf die Befestigungsanlagen entlang des Heidenstieges im Gebirge zu.

Aber auch die Zugänge zum Heidenstieg im Süden und im Norden, waren von Befestigungen größeren Stils gut bewacht und geschützt. Im Süden führte die Harzquerung unmittelbar an der großen Burganlage des Sachsensteins – zwischen Walkenried und Bad Sachsa – vorbei. Auch der Ringwall von Ellrich, der Kohnstein und die Burgwälle von Ilfeld wurden wohl zu Schutzmaßnahmen dieses alten Weges errichtet. Im Norden führt der Weg an Werla vorbei und tritt dann unterhalb der Harzburg ins Gebirge ein. Bei der Harzburg dürfen wir vermuten, dass es vor der Anlage von Heinrich IV. bereits eine oder mehrere Vorgängeranlagen gab, was auch für die Harliburg nicht auszuschließen ist. Bei der Königspfalz Werla haben umfangreiche Grabungen ergeben, dass die Anfänge zu dieser Anlage bis in die Steinzeit zurückreichen – die Anfänge der Pfalz werden den Sachsen des 7. und 8. Jahrhunderts zugeschrieben.

Diese starken und umfangreichen Schutz- und Überwachungsmaßnahmen an den beiden Gebirgseingängen zeigen zweifelsfrei die Bedeutung des Kaiserwegs in alter Zeit. Wer die Kontrolle über diesen Weg hatte, spielte sicherlich im politischen und militärischen Geschehen jener Zeit eine beachtliche Rolle.

Zahlreiche Funde in allen Bereichen des Heidenstieges – von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit – weisen auf eine Benutzung dieses Weges bis weit in vorgeschichtliche Zeit hin. Besonders auch gefundene Werkzeuge lassen die Vermutung zu, dass dieser alte Weg nicht nur zu vorgeschichtlichen Jagdausflügen genutzt wurde, sondern dass auch die Erzvorkommen Menschen schon in sehr frühen Zeiten ins Gebirge zogen. Nahe des Weges entdeckte Grubenfelder verstärken diese Annahme. Besonders für die Zeit unter Heinrich I., die von den Kriegen mit den Ungarn geprägt waren, lassen die vom König eingeleiteten Abwehrmaßnahmen den Bedarf an Metallen erahnen. Somit stellte der Kaiserweg sicherlich nicht nur einen Heer- und Handelsweg dar, ...

Wege der deutschen Kaiser und Könige:

Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters
Kaiserweg Route 1 - von Wernigerode nach Rübeland
Kaiserweg Route 2 - von Elbingerode nach Stiege
Kaiserweg Route 3 - von Rübeland zum Kloster Michaelstein Blankenburg
Kaiserweg Route 4 - vom Kloster Michaelstein Blankenburg nach Derenburg
Kaiserweg Route 5 - von Derenburg nach Halberstadt
Kaiserweg Route 6 - vom Osterholz nach Westerhausen
Kaiserweg Route 7 - von Westerhausen nach Quedlinburg
Kaiserweg Route 8 - von Westerhausen nach Stecklenberg
Kaiserweg Route 9 - von Westerhausen nach Gernrode
Kaiserweg Route 10 - von Stecklenberg nach Harzgerode
Kaiserweg Route 11 - von Stecklenberg nach Siptenfelde
Kaiserweg Route 12 - von Siptenfelde nach Stiege
Kaiserweg Route 13 - von Stiege nach Neustadt
Kaiserweg Route 14 - von Neustadt nach Nordhausen
Kaiserweg Route 15 - von Nordhausen nach Walkenried
Kaiserweg Route 16 - von Walkenried nach Braunlage
Kaiserweg Route 17 - von Braunlage nach Bad Harzburg
Kaiserweg Route 19 - von Bad Harzburg nach Ilsenburg
Kaiserweg Route 20 - von Ilsenburg nach Wernigerode

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2014

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Wandern auf dem Kaiserweg Harz / Harzwandern 1: Eine Harzquerung (Broschiert)
von Florian Genrich (Autor)

Broschiert: 64 Seiten; Verlag: Books on Demand GmbH;
  • "Wer kennt ihn nicht, den Harz mit seinen Bergen, Wäldern, Seen, Minen und Gruben? Ein Paradies für alle, die gerne in der freien Natur und an der frischen Luft sind. „Wandern auf dem Kaiserweg Harz“ ist nicht nur ein schöner und kurzweiliger Reisebericht mit vielen kleinen Anekdoten und so einigen praktischen Tipps. Es ist auch eine Art Tagebuch, welches mit Text und Bild von persönlichen Erfahrungen der Wanderschaft im deutschen Mittelgebirge erzählt. Ein Erfahrungsbericht, der das Interesse am Wandern weckt und einen in Versuchung führt, den Kaiserweg selbst in Angriff zu nehmen. Von der Kaiserpfalz Goslar geht es quer über den Harz bis zur Königspfalz Tilleda am Kyffhäuser. Das Buch erzählt, wie sich zwei Wandersleut trotz schmerzender Füße und Beine, ständiger Wetterumschwünge und so manch anderer Tücke, die sich im Laufe einer solchen Reise ergibt, auf den Wegen deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz bewegen. Auf 110 Kilometern über Stock und Stein geht es in drei Tagen an körperliche Grenzen. Der Leser lernt, dass Wandern auch im deutschen Mittelgebirge als sportliche Herausforderung betrieben werden kann. „Wandern auf dem Kaiserweg Harz“ berichtet keineswegs von einem Nachmittagsspaziergang sondern gibt dem Begriff „Sportwandern“ eine neue Bedeutung."