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Der Altenröder Steinkreis

Thingstätten oder Thingplätze waren Versammlungsplätze germanischer Völker. An diesen exponierten Plätzen traf man sich um wichtige Stammesangelegenheiten zu besprechen oder Gerichtsverhandlungen abzuhalten. Diese Stätte war zugleich Heimstatt für den urgermanischen Gott Tyr, der Souverän des Rechts war und eine Art Gottvater.

Vielmehr wissen wir heute nicht über diese Begrifflichkeit, auch ihr Ursprung liegt im Dunkel der Geschichte. Die ältesten Belege für den Gott der Thing’s finden wir auf Altarsteinen entlang des Hadrianswalls, der zwischen England und Schottland liegt. Zu Beginn des 2.Jahrhunderts wurde dieser monumentale Schutzwall auf Anordnung des römischen Kaisers Hadrian errichtet und friesische Stämme in römischen Diensten schufen Inschriften in so genannten Altarsteinen. Als Mars Thingso (Gott der Things) verehrten sie darin ihren Gott Tyr.

Rund um den Harz, und besonders an seiner Nordflanke, lebten in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, sowie davor, zahlreiche germanische Stämme und Völker. Die Region war, für damalige Zeit, recht dicht besiedelt. Es galt das alte germanische Recht. Daher ist anzunehmen, dass es entlang das Nordharzes, zahlreiche Thingstätten gegeben haben muss. Schwer tat sich diese Region mit der ab dem 6.Jahrhundert beginnenden Christianisierung, zu sehr war man freiheitsliebend sowie tief verwurzelt mit der alten Naturreligion. Mit dem endgültigen Sieg der Franken und deren Einzug in die Harzregion gegen Ende des 8.Jahrhunderts war es dann auch mit dem „Heidentum“ vorbei. Wie leider fast immer in der Geschichte, wurde dann von den Siegern Geschichtsklitterung betrieben und die Zeugnisse der Vergangenheit, die das Erbe der Unterlegenen waren, ausgelöscht. Die ansässigen sächsischen und thüringischen Völker sollten Christen werden, koste es was es wolle. Häufig wurden dann an den Plätzen, wo zuvor heidnische Kultstätten waren, Kirchen und Klöster erbaut.

Von den ehemaligen Thingstätten entlang des Nordharzes ist fast nicht geblieben. Zu gründlich hatten die „Siegermächte“ agiert. Bis auf Altenrode, einem Ortsteil, des Ortes Darlingerode, der heute zu Ilsenburg gehört. Den dortigen Thingplatz gibt es heute noch. Wann der errichtet wurde, ob er vergessen oder geschützt wurde, ist unbekannt. Der Steinkreis Altenrode geriet über die Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst ein Kammerdirektor der Wernigeröder Grafen mit Namen Delius, entdeckte 1830 diese vorgeschichtliche Anlage wieder und erkannte ihre Bedeutung. Delius veranlasste den Grafen diesen Steinkreis zu schützen und hinter jeden der sieben Steine des äußeren Kreises eine Kastanie zu pflanzen. Nebenan wurde dann ein neuer Friedhof errichtet. Der Steinkreis war aber kaum noch sichtbar. Erst über 150 Jahre später wurde die Thingstätte von der Denkmalpflege wieder freigelegt. Dabei wurde ein weiterer Stein in der Mitte des Kreises ausgegraben, der das Bild vervollständigte. Es war ein so genannter Distanzstein, der den Beklagten bei Gerichtsverhandlungen vom Richter und den Schöffen auf Abstand (Distanz) hielt. Die sieben großen Steine im Altenröder Steinkreis dienten dem Richter (Grafen) und seinen sechs Schöffen (Räten) als Sitzplätze. Neben dem Richterstein sind zwei kleinere Steine angeordnet, die für richterliche Beisitzer ohne Stimmrecht gedacht waren.

Diese Thingstätte lag auf einem natürlichen Hügel, mit weitem Rundblick in die angrenzenden Vorharzlandschaften. Und sie liegt mitten auf der Wasserscheide zwischen den Flüssen Elbe und Weser. Noch heute ist die Waage Symbol für die Rechtsprechung! Über welches Wissen verfügten unsere Vorfahren um ausgerechnet an solcher „Wasserwaage“ wie der Weser-Elbe-Wasserscheide ihre Thingstätte zu errichten?

Für diesen Steinkreis auf dem Darlingröder Friedhof gibt es im Volksmund auch noch die Bezeichnung Kaisersteine und dazu zahlreiche Sagen. Es wird angenommen, dass Otto III. um 995 dort, nach einem Besuch des Klosters Ilsenburg eine Gerichtsverhandlung abgehalten haben soll. Dieses Ereignis soll sich im Gedächtnis der Bevölkerung festgesetzt haben und so soll es zum Namen „Kaisersteine“ gekommen sein. Ich halte nicht viel von dieser Annahme, denn die Ottonen waren eng mit der christlichen Kirche verbunden und hätten sicher nicht an einer heidnischen Stätte Recht gesprochen.

Auch alle Annahmen und Deutungen über den nur wenige Meter entfernten „Sachsenstein“ scheinen mir kaum ein tragfähiges Fundament zu haben. Sicherlich hat dieser, in unmittelbarer Nähe stehende Stein, keine unmittelbare Verbindung mit der Bedeutung des Steinkreises, sofern dieser Stein wirklich ursprünglich ein Kreuz darstellte. Denn der Steinkreis stammt aus vorchristlicher Zeit und das Steinkreuz kann nur aus christlicher Zeit stammen. Und das der „Sachsenstein“ einstmals ein langes Kreuz war, wird in verschiedenen alten Aufzeichnungen, letztmalig 1583, erwähnt.

Trotzdem ist als Resümee zu sagen, Darlingerode hat ein bedeutendes Denkmal aus vorgeschichtlicher Zeit bewahren können, dass für alle Geschichtsinteressierten einen Besuch wert ist. Gerade weil dieses Justitia-Denkmal uns so viele Fragen aufgibt und so wenige erschöpfend beantwortet!

Weitere Informationen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Darlingerode#Sehensw.C3.BCrdigkeiten

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2010

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