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8. Harzer Klöster im Bauernkrieg

Auf dem verhältnismäßig kleinen Territorium des Harzgebietes gab es um das Jahr 1525 etwa 100 Klöster der verschiedensten christlichen Ordensgemeinschaften. Außerdem gab es ein Mehrfaches davon an klostereigenen Gebäuden und insbesondere an Klosterhöfen und Klostergütern. Die Anzahl der Ordensmänner und -frauen sowie der von den Klöstern beschäftigten Personen kann man nur grob schätzen, es dürften aber mehrere tausend gewesen sein. Allein im Fürstbistum Halberstadt bestanden zur damaligen Zeit 17 Klöster, in der Grafschaft Mansfeld 14, in der Grafschaft Wernigerode 4 und eine Ordensniederlassung.

Die frühe Bedeutung der Klöster zur Erschließung des Harzgebietes ist nicht von der Hand zu weisen, war das Wissen jener Zeit doch fast ausschließlich der Kirche vorbehalten. Die Ordensgemeinschaften rodeten Land, legten Land trocken und Teiche an und führten verbesserte Methoden zur Bodenbearbeitung ein. Sie beschäftigten sich mit Pflanzenzucht, führten ertragreichere Getreidearten sowie den Obst- und Gemüseanbau ein und betrieben Fischzucht. Auch ihre kulturelle Ausstrahlung war bedeutend. Sie trieben die Architektur maßgeblich voran, waren die Chronisten ihrer Zeit und betrieben Klosterschulen. Auch wirkten sie im sozialen Bereich, halfen Armen, Alten und Kranken.

Die Ordensregeln, Ordensgelübde und auch das spirituelle Leben trat aber zunehmend in den Hintergrund. Die Klöster wurden zu Grundherren mit Wirtschaftsbetrieben und viele Ordensmitglieder gaben sich lieber dem weltlichen als dem geistlichen Leben hin. Die klostereigenen und klosterhörigen Bauern wurden nicht nach christlichen Regeln behandelt sondern schonungslos ausgebeutet. Diesbezüglich bestand zwischen weltlichen und geistlichen Herren zum Ende des Mittelalters wohl kaum ein nennenswerter Unterschied. Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Klöster großen Besitz angehäuft. Dieser bestand in Grund und Boden, der durch Schenkung, Stiftung, Erbschaft oder auch Ablasshandel an die Klöster gekommen war. Immer häufiger kam er aber auch an die Klöster, weil Schuldner nicht zahlen konnten. Nicht wenige Klöster waren zu reichen Schätzen gekommen, die aus goldenen und silbernen Gerätschaften, Schmuck, Edelsteinen, Kunst- und Kultgegenstände sowie Gold- und Silbermünzen bestanden. Kein Wunder also, dass die reich gefüllten Klosterkeller bei den verbitterten Bauernhaufen Begierden erweckten.

Das Reichsstift Walkenried besaß nicht nur Ländereien in seiner Umgebung. Es hatte auch Höfe im Nordharz, Oberharz und Hochharz sowie weit über die Harzregion hinaus, Weinberge, Weinkeller und Keltereien in Würzburg, Güter im fernen Pommern und auch in Aachen.
Das Kloster Michaelstein in Blankenburg hatte Grundbesitz und Gebäude in Quedlinburg, Halberstadt, Güter bei Wolmirstedt und Staßfurt, aber auch weit entlegen im mecklenburgischen Güstrow. Der Besitz des Klosters Simon und Juda in Goslar erstreckte sich in Einzelhöfen bis zur Elbe im Osten und der Weser im Westen hin.

Das Marienkloster in Quedlinburg besaß neben umfangreichem Grundbesitz auch einen wertvollen Klosterschatz. Zu dem gehörte eine ganz besondere Kostbarkeit, eine goldene Kaiserkrone. Diese in der Geschichtsforschung unbekannte Krone kann nur auf einer ottonischen Schenkung beruhen, und muss eine Vorgängerkrone der heute in der Wiener Hofburg gelagerten Krone des HRR sein, die damals auf „viele tausend Gulden“ geschätzt wurde. Auch in diesem Klosterschatz befand sich ein kostbarer Smaragd, der mit der unvorstellbaren Summe von 50 000 Gulden beziffert wurde. Mit dem Beginn des Bauerkrieges wurde der Klosterschatz zum Schutze auf das Stift gebracht. Dort war er vor den aufständischen Bauern sicher. Nach dem Ende des Bauernkrieges setzten aber die Schmalkaldischen Kriege ein und Kurfürst Johan Friedrich von Sachsen hatte ein Auge auf den Stiftsschatz geworfen, den er kannte ihn als Schirmvogt des Quedlinburger Stifts aus eigener Anschauung. Die Äbtissin Anna II. von Stolberg schaffte Kaiserkrone, Smaragd und weitere Kostbarkeiten 1546 zu Ihrer Verwandtschaft auf das Wernigeröder Schloss. Dort scheint er in den Wirren des Schmalkaldischen Krieges untergegangen zu sein. Bis heute, alle Nachforschungen blieben bisher erfolglos.

Die Aufzählung der Güter und Kostbarkeiten der Klöster könnte allein ein Buch füllen, daher wollen wir es dabei belassen.

Mit dem Beginn der Reformation waren die Klöster und das Leben ihrer Insassen auch durch Martin Luther in die Kritik geraten. Dieser stellte fest, dass auch bei strenger Durchführung der Askese das Klosterleben keine Rechtfertigung vor Gott habe. Thomas Müntzer war da noch weitaus radikaler und sah in den Klöstern „Nester weltlicher und kirchlicher Reaktion, die verschwinden müssen.“ Der Gelehrte Erasmus von Rotterdam verfasste satirische Schriften und Anekdoten die da Klosterleben anprangerten, und von der „Dummheit, Beschränktheit, Habsucht und Geilheit der Mönche und der Leichtfertigkeit der Nonnen“ berichteten.

Das Mönchsgelübde der Armut und des Verzichts wurde nicht mehr geachtet. Zunehmend hatten die Mönche und Nonnen sogar Eigentum außerhalb des Klosters. Besonders aber geriet das Wohlleben der Klostervorsteher, Äbte, Äbtissinnen, Prioren und Stiftsherren in die Kritik. Auch gegen das Klostergelübde der Keuschheit wurde wohl häufig verstoßen. In der Harzregion, wie wohl auch in anderen Gegenden, gibt es zahlreiche Sagen und Geschichten über geheime Liebeswege zwischen Mönchs- und Nonnenklöstern. Deren Wahrheitsgehalt ist zwar anzuzweifeln, was die geheimen unterirdischen Wege betrifft. Was die Keuschheit der Klosterbewohner betrifft wohl eher nicht, und die Sagen und Geschichten spiegeln die damalige Volksmeinung wieder.

Besonders die Mönche der Bettelorden (Dominikaner, Franziskaner, Karmelitern, Augustiner) waren stark in Verruf geraten. Sie zogen von Ort zu Ort, von Hof zu Hof und schröpften die schon überstrapazierten Bauern, die selbst nicht genug zum Leben hatten. Kein Wunder also, dass sich die Wut der aufständischen Bauern besonders an den Klöstern der Harzregion entlud. Die Klöster wurden „gepucht“, das heißt, Mönche und Nonnen aus ihnen vertrieben. Und viele wurden auch „spolieret“, also ausgeraubt und häufig anschließend vollständig zerstört oder angezündet. Es brach im Bauernkrieg ein Sturm auf die Klöster der Harzregion los, von dem sich zahlreich nie wieder erholten.

Weitere Informationen: Thomas Müntzer

> 1. Ursachen und Umfeld
> 2. Das Harzgebiet im Deutschen Bauernkrieg
> 3. Die territoriale Zersplitterung der Harzregion
> 4. Die Situation der Bauernschaft
> 5. Die Städte der Harzregion
> 6. Der Bergbau und das Hüttenwesen
> 7. Die Rolle der Kirche im Bauenrkrieg
> 8. Harzer Klöster im Bauernkrieg
> 9. Die Grafschaft Mansfeld im Bauernkrieg
> 10. Die sächsischen Ämter Sangerhausen und Salza
> 11. Die Grafschaft Stolberg im Bauernkrieg
> 12. Die Grafschaft Hohnstein im Bauernkrieg
> 13. Das Reichsstift Walkenried im Bauernkrieg
> 14. Die Grafschaft Schwarzburg im Bauernkrieg
> 15. Die Herrschaft Wernigerode im Bauernkrieg
> 16. Die Grafschaft Blankenburg im Bauernkrieg
> 17. Die Grafschaft Anhalt-Ballenstedt im Bauernkrieg
> 18. Das Fürstbistum Halberstadt im Bauernkrieg
> 19. Goslar im Bauernkrieg
> 20. Allstedt im Bauernkrieg

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2013

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