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13. Das Reichsstift Walkenried im Bauernkrieg

Der Flecken Walkenried wurde im Frühmittelalter durch die Grafen von Clettenberg regiert, deren Stammsitz die Sachsenburg, nahe dem heutigen Bad Sachsa, war. Es wird angenommen, dass „Vetus Walkenredde“ ursprünglich ein Wirtschaftsgut dieser Sachsenburg war. Der Name Walkenried wurde erstmals 1085 in einer Urkunde erwähnt. Wenige Jahre zuvor tobte der Sachsenkrieg, in dem sich Kaiser Heinrich der IV. mit einem Bündnis aus sächsischem Adel und kirchlichen Würdenträgern in der Harzregion auseinander zu setzen hatte. In diesem Krieg wurden die aufständischen Sachsen, die gegen die Rückerlangung verloren gegangener Königsgüter durch Heinrich den IV. rebellierten, durch Otto von Northeim und Bischof Burchard II. von Halberstadt angeführt. Zu den aufständischen Sachsen zählte auch Graf Volkmar von Clettenberg.

Die Sachsen verloren den Krieg und kapitulierten endgültig. Graf Volkmar entzog sich der kaiserlichen Rache durch eine Flucht in das Kloster Huysburg. Der Sitte jener Zeit entsprechend, überließ er seiner Gattin Adelheidis einen Teil seiner Güter als Leibrente. Gräfin Adelheidis gründete dann ein Kloster in Walkenried in dem sie ihre letzte Ruhestätte finden wollte. Die Besetzung des Klosters mit Mönchen bereitete ihr aber Schwierigkeiten. Erst 1127 erhielt sie Unterstützung durch das Kloster Altenkampen, bei Mörs am Rhein. Die Mönche aus Altenkampen gehörten dem 1098 in Citeaux gegründeten Zisterzienserorden an. Dieser reformierte Zweig des Benediktinerordens zeichnete sich durch besondere Härte in den Ordensregeln aus, was in der Länge eines Tageswerkes von 16 bis 17 Stunden deutlich sichtbar wurde. Dieser unvergleichlichen Tatkraft der Mönche ist es zu zuschreiben, dass das neu errichtete Kloster bereits zwei Jahre später, also 1129, bezogen werden konnte. Nebenher kultivierten sie ihr Land, legten die umliegenden Sümpfe trocken und zahlreiche Teiche an, die noch heute Zeugnis von ihrer Schaffensperiode ablegen.

Im Jahr 1132 bestätigte Kaiser Lothar III. die Schenkungen an das Kloster und nahm weitere Zuweisungen an Grundbesitz vor. Die Weihe der ersten Klosterkirche durch den Erzbischof von Mainz erfolgte 1137 und im gleichen Jahr wurde das Kloster und sein Besitz durch Papst Innozenz II. bestätigt. Der erste Abt des Klosters, Hericius, war nicht nur klug und tatkräftig, er hatte auch das Glück an seiner Seite und so erlebte das Kloster einen unnachahmlichen Aufschwung. Bereits 1132 war das Kloster so vermögend, dass eine erste Tochtergründung, das Kloster Marienpforta (zuerst bei Schmölln/Leipzig, ab 1137 Naumburg), vorgenommen wurde. Der Zisterzienserorden hatte sich die Kolonisierung des Ostens auf die Fahnen geschrieben. 1141, also neun Jahre später, erfolgte die zweite Tochtergründung, das Kloster Sittichenbach bei Mansfeld. Die beiden Tochterklöster waren gleichfalls im Osten aktiv und gründeten wiederum Töchter: Buch, Grünhain, Lehnin, Paradies, Chorin, Himmelpforta, Dünamünde, Falkenau, Stolpe, Kamenz, Leubus, Alt- und Neuzelle, Heinrichau, Mogila und Grüssau.

Der Schaffensdrang der Mönche war nicht zu bremsen. Sie nahmen sich der versumpften Helme-Niederung an, legten sie trocken und machten sie urbar, heute heißt dies Gebiet „Goldene Aue“. Bei dieser Melioration entstanden allerorts Teiche, der Überlieferung nach an die 360. Im Jahr 1157 schenkt Kaiser Friedrich Barbarossa dem Kloster ein Viertel der Erzausbeute vom Rammelsberg Goslar, was zum Anlass genommen wurde, weitere Güter und Ländereien der Region zu erwerben. Weiterhin werden Mühlen, Brauereien, Brennereien, Steinbrüche, Gips- und Glashütten sowie Ziegeleien errichtet. Um für ihre Waren Absatzmärkte zu haben wurde Grundbesitz in Nordhausen, Goslar, Osterwieck und Göttingen erworben und dort Handelsstationen installiert.

Im Jahr 1315 schenkte Kaiser Heinrich VII. dem Kloster Salzgüter in Lüneburg, was zum Anlas genommen wurde dort einen Klosterhof zu errichten. Das Kloster stand zuerst unter weltlicher Schutzherrschaft der Grafen von Clettenberg, nach deren Aussterben 1280 übernahmen die Hohnsteiner Grafen dieses Amt. Durch die Förderung und Gewährung umfangreiche Privilegien der deutschen Kaiser entwickelte sich Walkenried zu einem der reichsten und mächtigsten Klöster Deutschlands. Wichtige kaiserliche Gnadenerlässe waren: Kohle im Harzwald brennen, Zollfreiheit im ganzen Reich, eigene Gerichtsbarkeit und Münzhoheit. Die Äbte des Klosters saßen unter den Reichsständen und hatten fürstlichen Rang. Auch von den Päpsten erhielt das Kloster umfangreiche Rechte eingeräumt. Als Zeichen kirchlicher Würde, war ab 1516 der Rang des Abtes mit dem des Bischofs verbunden. Der ständige Expansionsdrang des Klosters forderte aber auch seinen Tribut. Schon im frühen 13. Jahrhundert traten Spannungen zwischen den Mönchen und den regionalen Standesherren auf. Mitte des 13. Jahrhunderts steht das Kloster in seiner größten Blüte. Die Mönche pflegten zu nehmend einen Lebensstil, der den strengen Ordensregeln widersprach. Sie lebten liederlich und prassten, wogegen der regionale Adel darben musste. Zwischen 1380 - 90 tritt dieser Konflikt erstmals offen zu Tage, Klostergüter werden geplündert und gebrandschatzt. Der Wiederaufbau verschlingt große Summen.

Trotzdem war das Stift zum Zeitpunkt des Bauernkrieges noch für seinen Reichtum bekannt, und somit ein Objekt der Begierde für die aufgebrachten Bauernhaufen. Kein Wunder also, dass das Reichstift Walkenried als eines der ersten von den Bauernhaufen aufgesucht wurde. Dieser umfasste etwa 800 Mann, gegen diese Übermacht hielten auch die Klostermauern nicht stand. Die erhofften Klosterschätze fanden die Aufständischen nicht vor. Abt und Mönchen waren wohl gewarnt worden, und mit allen Schätzen, Kleinodien und Wertsachen nach Nordhausen, Goslar und in andere Orte entwichen. Selbst das Klosterarchiv war nach Lüneburg verbracht worden. Die Aufständischen mussten sich damit begnügen ihrer Wut freien Lauf zu lassen und die Inneneinrichtung zu zerschlagen. Dann rissen sie noch den Turm ein, der bei seinem Sturz das Dach der Klosterkirche zertrümmerte. Letztendlich entdeckten sie noch die reichen Kellervorräte, die zurückgelassen wurden, und taten sich daran gütlich. Es heißt die Bauern ließen es sich in den Klosterkellern 3 Tage lang gut gehen. Dabei versäumten sie den Appell Thomas Münzers, der angewiesen hatte, so schnell als möglich nach Frankenhausen zu marschieren. Es sollen Aufständische aus der Grafschaft Hohnstein gewesen sein, die Walkenried stürmten. Diese sollen auch das Kloster Pöhlde ausgeraubt und bei ihrem Marsch auf Nordhausen dann noch die Klostergüter Flarichsmühle und Günzerode geplündert haben.

Weitere Informationen: Thomas Müntzer, Reichsstift Walkenried

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2013

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